Für beruflichen Erfolg sind Netzwerke wie LInkedin wertvoll.

Optimal vernetzt mit Linkedin: 5 Tipps für beruflich Engagierte

Dreh- und Angelpunkt von Linkedin ist nicht Selbstdarstellung. Sondern Vernetzung. Es gilt, dem Glück ein wenig unter die Arme zu greifen. Weil jede berufliche Entwicklung nicht nur abhängig ist von Können und guten Manieren. Sondern ganz entscheidend auch davon, im richtigen Augenblick auf dem Radarschirm zu sein.

Beim Stichwort „Social Media“ fallen vielen ernsthaften Zeitgenossen zunächst einmal wenig schmeichelhafte Stichworte ein: ‚bunte Bildchen’, ‚witzige Videos’, ‚schöner Schein’, aber auch ‚Desinformation’ oder ‚Shitstorm’. Das mag im Einzelfall berechtigt sein oder auch nicht – wie jede Pauschalisierung ist es auf jeden Fall nur halb richtig.

Tatsache ist, dass sich parallel zu unserem realen Umfeld eine höchst lebhafte und vielfältige virtuelle Welt etabliert hat. Für Menschen, die privat oder beruflich engagiert sind, stellt sich deshalb nicht die Frage, „ob“ man hier präsent sein sollte. Zielführender ist ein klares Verständnis für das „Warum“ und das „Wie“.

In der Landschaft der Social Media Plattformen hat sich Linkedin mittlerweile einen festen Platz erobert. 2002 gegründet und damit zwei Jahre vor Facebook, vier Jahre vor Twitter und acht Jahre vor Instagram, gehört das in den USA beheimatete Portal zu den Urgesteinen der Szene. Und kommt bildlich gesprochen in Sakko und Schlips daher. Denn es geht um Beruf und Karriere. Lange Zeit (in digitalen Jahren gerechnet) wirkte es wie ein digitaler Visitenkarten-Kasten und stand hierzulande im Schatten der deutschen Plattform Xing. Inzwischen ist Linkedin weltweit die erste Adresse unter den berufsorientierten Online-Plattformen.

Für alle, die sich über das „Warum“ und das „Wie“ Gedanken machen, haben wir die aus unserer Sicht wichtigsten Gesichtspunkte in fünf Tipps zusammengefasst.

1. Es geht nicht um Selbstdarstellung

Natürlich ist das eigene Profil ein zentrales und wichtiges Element in jeder Online-Präsenz. Das Foto, das ohne Worte viel über uns aussagt; der Einzeiler zur beruflichen Einordnung; die kurze Zusammenfassung der Erfahrungen und Kernkompetenzen; die markanten Punkte der beruflichen Entwicklung; und womöglich ein Beispiel oder zwei für Erreichtes oder Geschaffenes.

Das Profil beantwortet die Frage: Mit wem habe ich es hier zu tun? Diese Frage braucht einen Anlass, um überhaupt gestellt zu werden. Das kann die Suche eines Headhunters sein oder das Interesse eines Personalers. Aber wer sein Profil in Linkedin einstellt in der Hoffnung auf Jobangebote, muss sich auf eine Ernüchterung gefasst machen.

“Das war eigentlich ein glücklicher Zufall.”

Eine Präsenz auf Linkedin hilft, dem Zufall die Arbeit zu erleichtern. „Das war eigentlich ein glücklicher Zufall“ ist ein Satz, der in vielen eindrucksvollen Karrieren seinen Platz hat.

Eine Plattform wie Linkedin schafft gute Voraussetzungen für glückliche Zufälle. Das beginnt damit, dass man nach Gleichgesinnten stöbert, nach Experten im eigenen Fach oder nach Menschen, die das verkörpern, was man für sich selbst anstrebt. Allein die zu finden – und zu lesen, was sie zu sagen haben – ist in Gewinn. Wer besonders guten Posts dann auch noch ein „like“ verpasst, macht nicht nur dem Urheber eine kleine Freude. Sondern füttert auch den Algorithmus, der die Nachrichten im eigenen Feed zusammenstellt. So dass die immer interessanter werden.

Auf das „like“ folgt das „follow“, mit dem man die Veröffentlichungen einer bestimmten Person oder Organisation abonniert. Das gewährleistet noch eine gewisse Distanz, auf dass der Eingangskorb nicht mit zu vielen mehr oder weniger sinnvollen Kontaktaufnahmen überquillt.

Qualität geht vor Quantität

Wirklich interessante Kontakte – Qualität geht vor Quantität – lädt man in das eigenen Netzwerk ein. So dass man erfährt, was diese ausgesuchten Connections so treiben und von sich geben. Und diese ausgesuchten Connections mitbekommen, wenn man selber etwas Gescheites beiträgt.

Dass andere gelegentlich nachschauen, mit wem sie es denn hier zu tun haben, und dass deshalb das Profil wichtig ist – klar. Das A und O in Linkedin ist aber ein sorgfältig gepflegtes Netzwerk von interessanten Kontakten. Weil man von denen immer etwas lernen kann. Und wegen dem Glück und dem Zufall und so.

2. Ein konkretes Ziel ist ein guter Ratgeber

Views, likes, follows, Freunde, Connections – die sozialen Netzwerke bieten jede Menge Inzentivierung, Zeit in ihnen zu verbringen. Und uns dabei ganz nebenbei Werbung und gesponserten Content anzusehen, mit dem sich die Plattformen ja letztlich finanzieren. Natürlich ist es schön, für einen Beitrag, für einen Post positive Zustimmung zu erhalten. Aber das Sammeln von Anerkennung und Kontakten sollte auch auf Linkedin kein Selbstzweck sein. Sinnvoller ist es, wenn man ein konkretes Ziel verfolgt.

In vielen Fällen wird es darum gehen, Kunden für ein Produkt oder eine Dienstleistung zu gewinnen. Das gilt für die freischaffende Künstlerin genauso wie für den Programmierer, für die Initiatorin eines Pop-up Stores genauso wie für den Inhaber einer Modeboutique. Für kleinere Firmen ist eine Plattform wie Linkedin ein interessanter Kanal – für große, konsumentennahe Brands ist die Präsenz hier Pflicht.

Doch mit der Antwort „Kundenakquise“ ist die Frage nach dem Ziel noch nicht ausreichend beantwortet. Denn ein plumpes „Unsere Schulranzen sind die besten“ führt wahrscheinlich nicht zum erhofften Erfolg.

Fakten – oder Emotionen und Werte?

Sind es besondere Produkteigenschaften, die untermauert werden sollen, oder vielleicht die Emotionen und Werte, die ein Besitzer mit ihnen verbindet? „Unsere Schulranzen sind zugleich praktisch und cool – dazu nahezu unverwüstlich und aus natürlichen Rohstoffen hergestellt in Betrieben, die auf gute Arbeitsbedingungen Wert legen.“ Damit wird der rote Faden für Beiträge auf einer Social Media Plattform schon klarer.

Kundenakquise ist nur ein Aspekt von mehreren denkbaren. Das wird beim Blick auf mögliche Zielgruppen jenseits von prospektiven Kunden deutlich, die sich auf einer Plattform wie Linkedin recht gut erreichen lassen. Potenzielle Mitarbeiter. Bestehende Mitarbeiter. Meinungsführer in Politik und Wirtschaft. Meinungsbildner wie Journalisten oder Blogger. Verbündete und Konkurrenten. Fans und Kritiker.

Hilfreich: Der Blick von außen

Wenn das Ziel ausreichend klar ist, fällt die Definition relevanter Zielgruppen nicht schwer. Anfangs gar nicht unbedingt, um sie zu erreichen und von etwas zu überzeugen. Sondern allein um ihnen zuzuhören. Und zu erfahren, was ihnen wichtig ist.

Bei den strategischen Grundlagen für eine erfolgreiche Social Media Präsenz kann ein externer Dienstleister sehr hilfreich sein. Aufgrund eines unverstellten Blicks, der in scheinbar Selbstverständlichem das Besondere erkennt. Aufgrund von einschlägiger Erfahrung. Und weil er auch die Umsetzung unterstützen kann. Das macht alles leichter.

3. Profil zeigen

Auf einem geselligen Beisammensein oder am Rande einer Konferenz lässt sich anderen Menschen gut zuhören. Aber ein Kontakt entsteht erst dann, wenn man sich einbringt. Und erst dann besteht die Chance, dass aus dem Kontakt eine Beziehung wird, sei sie oberflächlich oder inhaltsreich.

In der virtuellen Community ist es nicht anders. Das Einbringen kann damit beginnen, dass man einen interessanten Beitrag nicht nur mit einem schlichten Like-Klick, sondern mit ein bis zwei sinnvollen Sätzen honoriert. Dass man einer offensichtlich sachkundigen Person eine Frage stellt. Dass man die eigene Meinung in eine Diskussion einfließen lässt. (In wohltuendem Kontrast zu manch anderen Social Media Plattformen sind die Diskussionen auf Linkedin in aller Regel sachlich und konstruktiv.)

Eine wesentliche Stärke von Linkedin: Artikel

Hier kommt eine wesentliche Stärke von Linkedin ins Spiel: Dass für Beiträge unterschiedliche Formate zur Auswahl stehen. Das beginnt mit dem schlichten Post in der eigenen Chronik, der mittels Hashtags mit relevanten Themen, mittels @Namen mit bestimmten Personen verknüpft und mit externen Inhalten verlinkt werden kann. Es versteht sich von selbst, dass dieser Beitrag auch ein Foto oder Video sein kann.

Darüber hinaus gibt es aber auch die Möglichkeit, längere Beiträge – Artikel – zu veröffentlichen. Das Format des Artikels ist dazu da, ein Thema in einem Essay oder Fachtext eingehender zu beleuchten. Artikel werden in einem regulären Beitrag angeteasert und gelangen damit einem breiten Personenkreis zur Kenntnis. Sie erlauben ein Titelfoto, allerdings keine Hashtags oder Personenverlinkungen. Sie werden am Computer geschrieben, aber mehrheitlich auf dem Smartphone oder Tablet gelesen – deshalb sollten sie klar gegliedert und am besten zwischen 800 und 2.000 Zeichen lang sein.

Derartige Artikel eignen sich hervorragend, um bestehende Inhalte wie Reden, Vorträge oder Interviews einem breiteren Publikum zur Kenntnis zu bringen. Und sie werden womöglich von der Linkedin-Redaktion aufgegriffen, die täglich auf interessante Inhalte hinweist.

Und damit beginnt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der wirklich spannende Aspekt einer Linkedin-Präsenz.

4. Es lebe der Dialog

Ein auf Linkedin aufgebautes Netzwerk von Followern oder Connections ist ein kostbares Kapital. Insbesondere dann, wenn es sich nicht um einen Kessel Buntes, sondern um eine umsichtig aufgebaute Community zu einigen wenigen Schwerpunktthemen handelt.

Diese Menschen erreichen zu können ist ungeheuer wertvoll. Regelmäßig oder gelegentlich von ihnen zu hören ist mindestens genauso wertvoll. Am wertvollsten aber ist ihre Reaktion. Das beste, was passieren kann, ist dass ein eigener Beitrag oder Artikel eine lebhafte und interessante Diskussion anstößt. Das finden nicht nur die Diskussionsteilnehmer gut. Das weiß auch der Algorithmus zu schätzen, der interessante Inhalte verbreitet.

Hinter guten Inhalten steckt Sorgfalt – und Zeit

Damit kommt schließlich der Faktor Zeit ins Spiel. Social Media, als strategisches Instrument begriffen und genutzt, macht man nicht mal eben nebenbei.

Wer privat ein tolles Selfie postet vor einem spektakulären Sonnenuntergang am Lieblingsstrand oder Foodporn mit herrlich knusprigen gegrillten Garnelen, muss sich über Know-how-Schutz und politische Korrektheit keine Gedanken machen. Wer aber Details aus der eigenen Arbeitswelt erläutert oder politische Ansichten zum besten gibt, sollte mit Bedacht vorgehen.

Berufsbezogene Beiträge sollten inhaltlich aussagekräftig sein. Sie sollten zudem sorgfältig formuliert sein – selbst wenn ein bewusst lockerer, zwangloser Stil das Ziel ist. Und wer als Mitarbeiter über Aspekte der Arbeitswelt schreibt, muss sicherstellen, dass das im Einklang mit entsprechenden Richtlinien oder Erwartungen des Arbeitgebers geschieht. Damit steckt hinter einem Artikel in der Regel mehr Arbeit, als manchem unbedarften Leser bewusst ist.

Konstruktiv gewinnt

Ähnliches gilt für die Kommentare in einer Diskussion. Sie mögen kurz sein, erfordern aber gerade deshalb Sorgfalt. So sollte immer dann eine Warnlampe aufleuchten, wenn die eigene Geduld strapaziert wird oder die Ansichten eines Teilnehmers nun wirklich der allerletzte Schwachsinn sind. Weil das Wort „Schwachsinn“ zwar berechtigt sein mag – hilfreich ist es aber nicht. Auch Ironie ist tabu. Da im schriftlichen Diskurs Mimik und Tonfall fehlen, fordert Ironie das Missverständnis geradezu heraus.

Regelmäßige kurze Beiträge in der eigenen Chronik, gelegentliche vertiefende Artikel und ein engagierter, konstruktiver Diskussionsstil: Mit diesen drei Zutaten wird der Erfolg nicht lange auf sich warten lassen. Erfolg nicht nur im Sinne von Anerkennung. Sondern in Form von neuen Erkenntnissen, neuen Bekanntschaften, neuen Möglichkeiten, neuen Perspektiven.

5. Linkedin ist keine Insel

Abschließend sei bemerkt, dass ein lebhaftes Engagement auf Linkedin viel zu wertvoll ist, um ausschließlich auf diese Plattform beschränkt zu bleiben. Sprich: Wer sich gelegentlich zum Beispiel auf Instagram oder Facebook zu Wort meldet, sollte dort natürlich auch auf einen interessanten Linkedin-Beitrag hinweisen. Crossmedial agieren ist hier das Stichwort.

Auch in der eigenen Email-Korrespondenz ist ein Satz wie „Zu diesem Thema habe ich neulich etwas detaillierter auf Linkedin [link] geschrieben.“ nicht fehl am Platz. Und der Link auf die eigenen Präsenz dort – für die man eine sinnvolle Adresse einrichten kann – gehört durchaus in den Email-Abbinder.

Content is king

Denn Linkedin ist nicht einfach eine von vielen Social Media Plattformen, auf denen Menschen mehr oder minder sinnvoll ihre Zeit verbringen. Linkedin ist auch mehr als ein virtueller Visitenkarten-Kasten und damit Eldorado für Headhunter.

Linkedin hat sich zum weltweit führenden Fach- und Karrieremedium entwickelt. Es lebt nicht von Profilen, sondern von Inhalten. Wer sich beruflich engagiert, ist dort gut aufgehoben.


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(Foto: geralt / pixabay.com)